Aufgrund diverser Medienberichte in letzter Zeit, möchte ich vielleicht ein wenig Licht ins Dunkle bringen und einige – meiner Meinung nach tendenziöse – Fehlinformationen berichtigen.
Es sei erwähnt, dass dieser Beitrag lediglich meine Sicht der Dinge darstellen soll.

Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass aufgrund der nunmehr seit zwei Jahren lang anhaltenden Flüchtlingssituation die Bürger mehr als nur verunsichert sind.
Aus diesem Grund haben auch viele Österreicher von ihrem Grundrecht Gebrauch gemacht und den Weg zur Waffenbesitzkarte beschritten.
Alle Gesetzestextauszüge in diesem Beitrag stammen vom Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts, welches für jedermann öffentlich zugänglich ist – HIER der Link zum Waffengesetz 1996, Fassung vom 30.11.2017

Aus §21 – Absatz 1 geht eindeutig hervor, dass unbescholtenen Bürgern das Recht zusteht, 2 genehmigungspflichte Schusswaffen der Kategorie B zu besitzen.

Jedoch ist nicht nur der Gedanke der Selbstverteidigung da, sondern auch das Interesse am Schießsport im allgemeinen erfreut sich einer immer größeren Begeisterung.
Dies konnte ich einerseits durch meine Tätigkeit im Waffenfachhandel und mittlerweile im Waffengroßhandel feststellen, sowie auch in meiner Tätigkeit im Verein RangeIsClear Shooting Team bei der Ausrichtung von Kursen und Trainings im Bereich IPSC und weiteren dynamischen Disziplinen.

Hier wird uns Sportschützen jedoch leider oft das Leben unnötig schwer gemacht – nämlich mit dem Passus “liegt im Ermessen der Behörde”.
Leider muss auch ich als Obmann des RangeIsClear Shooting Teams feststellen, dass viele Erweiterungen der WBK Plätze trotz akribisch aufbereiteter Unterlagen und belegbaren Begründungen entweder abgelehnt, erschwert oder abgeschwächt werden. Dies ist für uns Sportschützen in 99% der Fälle nicht nachvollziehbar, da wir sehr viel Zeit und vorallem Geld in unser Hobby stecken und auch bei Bewerben im Ausland unser Land sehr erfolgreich vertreten – so stellt Österreich zb. mehrfache Europameister und auch Weltmeister im IPSC Sektor. Etliche dieser Europa- und Weltmeister wurden sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet! Dennoch wird es den ambitionierten Sportschützen leider oft unnötig schwer gemacht.

Benötigt ein Sportschütze mehr als zwei genehmigungspflichte Schusswaffen ? Die Antwort ist eindeutig JA !!

Beispielsweise besitze ich selbst für die Classic Division 3 gleichwertige 1911er System – 1x Matchwaffe, 1x Trainingswaffe, 1x Backup, ebenso für IPSC Rifle besitze ich eine Match AR15 und eine Trainings AR15. Viele Schützen sind dann noch zusätzlich im IPSC Shotgun tätig und dann vielleicht sogar noch als Präzisionsschützen unterwegs….

Ist dies übertrieben, ist man ein “Waffennarr” ?

Definitiv NEIN – schaut man beispielsweise in den Skisport, so hat ein Skirennfahrer oft bis zu 10 Paar gleichwertige Ski und mehr, Rallyefahrer haben auch ein Trainings- und ein Rennfahrzeug. Solche und viele weitere Beispiele kann man durch verschiedenste Sportarten aber auch alltägliche Situationen und Bedürfnisse durchziehen.
Das Sammeln von beispielsweise seltenen und traditionellen Waffen steht bei vielen im Vordergrund.
Dies ist analog zu vergleichen mit Briefmarkensammlern, Messersammlern, Feuerzeugsammlern, usw.

Wie sieht ein Sportschütze seine Waffe ?

Für einen Sportschützen ist seine Waffe eindeutig sein Handwerkszeug und sein Sportgerät.
Ebenso ist das Messerset eines Profi- und auch Amateurkochs sein Werkzeug für seine Hobby- / Berufsausübung und nicht eine mehr als tödliche Waffe von der zumeist mehr Gefahr als von Schusswaffen ausgeht !

Thema Waffenpass – eindeutige Behördenwillkür !

Gerade aktuell gibt es einen Beitrag der sehr sehr umstrittenen Medien. Im speziellen der Beitrag “Rückgang bei Waffenbesitzkarten”

Bei diesem Text, hat es mir persönlich die Nackenhaare aufgestellt.
Vor nicht allzulanger Zeit gab es vom Verfassungsschutz eine offizielle Warnung an den Waffenfachhandel, dass diese zum Angriffsziel diverser terroristischer Organisationen erklärt worden sind.
Darauf hin reichten natürlich viele Mitarbeiter und Inhaber – großteils zum wiederholten Male – einen Antrag auf Ausstellung eines Waffenpasses ein. Doch was ist passiert ? Der Großteil der Anträge wurde mit teils wahnwitzigen und nicht nachvollziehbaren Bescheiden der Behörden abgelehnt!

Auch ich selbst habe dieses Martyrium der verschiedenen Behördeninstanzen durchgemacht und 14 Monate lang für die Ausstellung meines Waffenpasses gekämpft.
Argumente wie Transport von Waffen und Munition (in großen Mengen), Transport nach ADR-Recht (Gefahrengut) von Stoffen der Klasse 1 (Explosive Stoffe), Warnung des Verfassungsschutzes, mehrere aktenkundige Polizeieinsätze wegen “Schutzsuchenden” in einem Waffenfachgeschäft und viele Argumente mehr fanden kein Gehör und es wurden immer wieder neue Ausreden gefunden. Selbst Ergebnislisten, Nachweise meiner Schießfähigkeiten, Kenntnisse im Bereich Waffentechnik und Ballistik, Tätigkeit als Trainer und Ausbilder für Waffenführerscheine wurden stets ignoriert.

Erst durch das Engagement eines Beamten, der ein Gerichtsurteil des VGH entdeckt hat, auf welches wir uns stützen konnten, wurde mein Antrag positiv bearbeitet.

Solche früheren Vorgehensweisen und leider auch aktuelle im Bekanntenkreis sind für mich nicht nachvollziehbar.

Jedem vernünftig denkenden Menschen ist wohl klar, dass ein Angriff auf einen Waffenhändler / Großhändler nicht mit einer Steinschleuder oder Pfeffersprays begangen werden würde.
Deshalb ist das zweckmäßigste Mittel der Gegenwehr / Abwehr eines solchen Angriffes auch die des eventuellen Einsatzes von Schusswaffen.

Dies ist die gesteuerte Meinung die an die Öffentlichkeit weitergegeben wird ! Wer jedoch keine Scheuklappen hat und die Welt mit offenen Augen und nicht durch eine rosarote Brille betrachtet, weiß das die Realität definitiv anders aussieht – speziell im östlichen Teil unseres schönen Landes. Hier nur einige aktuelle Beispiele:

29.11.2017 – Bewaffneter Raubüberfall auf Wettbüro

28.11.2017 – Bewaffneter Raubüberfall vor Möbellager

27.11.2017 – Maskenmann setzte Opfer Pistole an den Kopf

Ich möchte diese Liste jetzt nun nicht weiter fortsetzen, da alleine die Vorfälle der letzten 3 Tage – und dabei sind dies nur prägnante Berichte und bei weitem nicht alle der letzten 3 Tage in Österreich – für sich selbst sprechen und sehr wohl die Tatsache aufzeigen, dass mitunter auch aufgrund der Flüchtlingspolitik die Gewaltdelikte sehr wohl gestiegen sind.
Auch das Thema “Homeinvasion” ist deutlich gestiegen und wird in den Medien zum größten Teil (leider) todgeschwiegen !!

21.08.2017 – Bewohner geschlagen und beraubt

Dies ist nur eines der vielen Beispiele, bei dem man sich mit entsprechenden Mitteln der Wahl zur Wehr setzen hätte können.

Zum Thema Notwehrrecht und vieles mehr bietet unter anderem Herr Dr. Raoul Wagner viele aufschlussreiche Seminare und Vorträge an. Verstanstaltungen werden auch auf dieser Website rechtzeitig angekündigt. Ich kann jedem einen Vortrag des Rechtsexperten wärmstens empfehlen !

Ja, ich führe eine Schusswaffe aufgrund meiner Berechtigung diese führen zu dürfen.
Ja, ich bin der Konsequenzen eines Schusswaffengebrauchs im klaren sowohl physisch, psychisch als auch rechtlich.
Ja, ich würde bei einem Angriff auf das Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Freiheit oder Vermögen meiner Familie, Mitmenschen und natürlich auch mir von der Schusswaffe Gebrauch machen.
Ja, ich stehe regelmäßig im Training mit meiner Schusswaffe und weiß wie ich mich im Verteidigungsfall zu verhalten habe und versuche vor dem Schusswaffengebrauch andere Methoden der Selbstverteidigung entsprechend einzusetzen.

Vorallem der letzte meiner Grundsätze ist einer der wichtigsten – Training im Umgang mit Schusswaffen und der Selbstverteidigung.
Viele Spezialisten bieten hier sehr gute Trainings und Kurse an. Ja, diese kosten mitunter sehr viel Geld, doch diese Investition ist eine Investition in die eigene Sicherheit !

Neben Kursen des RangeIsClear Shooting Teams, kann ich auch die Kurse von Tactical Shooting Austria und Greystone wärmstens empfehlen !
Nicht nur durch meine eigene Tätigkeit als Trainer nehmen wir gegenseitig an den Veranstaltungen Teil und gewährleisten dadurch einen durchgehenden Know How Transfer, auch verbindet uns eine teils mehrjährige Freundschaft und Praxiserfahrung in diversen Sparten.

Wie nun denke ich viele erkannt haben, wird uns von Medien leider ein ganz anderes Bild vorgetäuscht. Vieles wird leider verschwiegen und zum Teil auch unter Sanktionsandrohungen unterbunden um überhaupt an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Wir leben leider in einem bei Gott nicht mehr so sicheren Land wie noch vor vielen Jahren. Dies sollte dem “Otto-Normal-Bürger” bereits bekannt sein. Dennoch wird uns seitens der Medien, die sich hiezu nur allzu gerne dafür hergeben, ein gänzlich falsches Bild vermittelt und dadurch meiner Meinung nach den Menschen ein trügerisches “Sicherheitsgefühl” vermittelt. Das kann in der aktuellen Situation mitunter sehr gefährlich bis tödlich sein, da sich diese Personen durch die richtige Darstellung von Gefahrenpotentialen und daraus resultierender Aufklärung / Beratung passender Selbstverteidigungsmittel durch Fachpersonal mitunter noch am Leben wäre.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals erwähnen, dass es sich hier um lediglich meine persönlich Meinung handelt und die Dinge aus meiner Sicht zeigen soll. Jedoch weiß ich, dass diese Meinung von sehr vielen Menschen die diesen Beitrag gelesen haben, mit mir teilen.

Das Bedürfnis nach Selbstverteidigung ist ein Naturinstinkt und sollte auch nicht verwehrt werden.
Aus diesem Grund möchte ich mich auch in den nächsten Beiträgen dem Thema Homeinvasion widmen und Tips & Tricks zur richtigen Waffen- und Munitionswahl für die eigenen vier Wände geben.

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